Workshop 001: Story Structure

Willkommen zu diesem Workshop, der das Schreiben unterhaltsamer und spannender Geschichten behandelt. Dieser erste Block wird sich um Story Structure und was eine Basis- oder Grundstruktur für Romane bedeuten kann, drehen. Weitere Artikel werden folgen, die Charakterentwicklung, Plotten und bewährte Vorgehensweisen zum Verfassen von Geschichten behandeln. Bevor wir loslegen, allerdings noch ein paar Anmerkungen.

Der vorgestellte Prozess ist ein Mix unterschiedlicher Ansätze, die ich mir über die Jahre größtenteils in Form von Büchern und Videos angeeignet habe. Gleichzeitig hab ich dieses Wissen in meinen Projekten getestet und auf Umsetzbarkeit abgeklopft, wobei ich nur das behalten habe, was am besten für mich funktioniert hat. Womit wir schon bei der Krux des Ganzen wären: Das bedeutet nicht, dass die vorgestellten Methoden für euch funktionieren müssen. Jeder denkt anders und geht Probleme auf unterschiedliche Weise an. Deshalb werdet ihr am Ende nur bei einem Prozess landen, der für euch funktioniert, indem ihr ähnlich vorgeht: viel ansehen, viel testen und nur behalten, was für euch funktioniert. Außerdem ist nichts in Stein gemeißelt. Es gibt keine absoluten Wahrheiten und keine ‚Regel‘, die nicht gebrochen werden könnte. Ob das jedes Mal sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt.

Ich lasse die Artikel vorerst nicht korrigieren. Es können sich also durchaus Fehler eingeschlichen haben oder noch einschleichen, da ich die Texte vermutlich öfter überarbeiten und erweitern werde.

Falls sich wer fragt, warum ausgerechnet ich denke, etwas zu den Themen Story Structure, Plotten oder Charakterentwicklung zu sagen zu haben, würde ich mich an dieser Stelle gerne vorstellen: Mein Name lautet Erich Scheiner, ich lebe seit Anfang 2018 vom Schreiben meiner Romane und mache dies unter zwei Pseudonymen. Einmal Caliban (früher Drew Sparks) für Fantasy und Science-Fiction sowie Sia Crowley für Romantic Thrill und Biker Romance. Bisher hab ich 31 Romane geschrieben und veröffentlicht (im Moment ausschließlich als Selfpublisher über KDP).

Zum Sia Crowley Pseudonym sei noch gesagt, dass ich den im Rahmen dieses Artikels vorgestellten Prozess nur bei der Skulls-MC-Reihe angewendet habe. Die übrigen Romane sind zu Beginn meiner ‚Karriere‘ entstanden und haben bis heute weder ein Lektorat noch ein Korrektorat gesehen. Nichtsdestotrotz kann man diese Bücher als Beispiele anführen, wie man in gewissen Genres trotz minimalen finanziellen Einsatzes Erfolg haben kann. Selbst wenn man in diesen Bereichen nicht für den Rest seines Lebens schreiben möchte, wären sie dennoch ein guter Einstieg, um zu üben und sich Geld zu verdienen, das man später in ein Korrektorat oder andere Projekte stecken könnte. Weil so einfach und simpel, wie in den entsprechenden Gruppen immer getan wird, sind diese ‚Schmuddelromane‘ dann doch nicht zu schreiben. Just saying.

Fairerweise sollte ich anführen, dass meine präferierten Genres generell wenig Rechercheaufwand nach sich ziehen, was natürlich ein Vorteil ist, wenn man viel veröffentlichen will. Ihr könnt euch dennoch sicher sein, dass ein funktionierender Prozess bei der Menge an Romanen essenziell ist. Allerdings muss man sich diesen über mehrere Jahre erarbeiten, weshalb ihr am besten so früh wie möglich damit anfangen solltet.

Ich persönlich will nur Unterhaltungsromane schreiben, die sich gut verkaufen. Deshalb halte ich mich für gewöhnlich an bewährte Muster und breche diese nur, wenn es den entsprechenden Roman unterhaltsamer macht. Wer mit den gängigen Genres nichts anzufangen weiß, wird sich erheblich schwerer tun. Genauso wie angehende Autoren, die ständig das Rad neu erfinden wollen und denken, cleverer als alle anderen sein zu müssen. Und ja, das musste überspitzt formuliert werden 🙂 .

Ich werde viele englische Begriffe verwenden und diese an den fraglichen Stellen übersetzen. Diese Dominanz des Englischen liegt daran, dass es in besagtem Sprachraum einfach mehr verfügbares Material zum Thema Geschichtenschreiben gibt.

Falls ihr Fragen habt, könnt ihr mir diese gerne per E-Mail zukommen lassen, erlaubt mir aber damit, diese samt Antworten unten als Kommentar anzufügen oder in den Text zu integrieren. So haben alle etwas davon.

Womit wir endlich starten können.

Grundstruktur einer Geschichte

Zuerst würde ich gerne einen Blick auf Geschichten an sich werfen.

Ich hoffe, wir können uns darauf einigen, dass die Grundstruktur einer Geschichte aus drei Blöcken besteht: einem Anfang, der Mitte und dem Ende. Dabei funktioniert dieses Konstrukt nur, wenn alle drei Teilbereiche vorhanden sind.

Ohne Anfang wüsste man nicht, um wen sich die Story eigentlich dreht oder was auf dem Spiel steht. Man würde den Ereignissen der Mitte nur wenig Beachtung schenken und nicht wirklich mit der Hauptfigur mitfiebern.

Ohne Mitte würde der Schluss keinen Sinn machen und ohne ein befriedigendes Ende würden wir uns zweimal überlegen, ein weiteres Buch des Autors zu kaufen, weil wir für unsere Investition (Geld und Zeit), keinen angemessenen emotionalen Payoff (Gegenwert) bekommen haben.

Wenn wir uns also darauf einigen, dass eine Geschichte aus den oben angeführten Teilbereichen besteht, können wir uns diese nun etwas genauer ansehen.

Anfang

Der Anfang dient dazu, die Hauptfigur (Protagonist) in ihrem Alltag zu zeigen, Genre und Ton festzulegen und das Ereignis vorzustellen, das die Geschichte in Form eines Konflikts in Gang setzt. Dieses, die Figur am besten persönlich betreffende Problem, wird erst kurz vor Ende der Story gelöst.

Mitte

Der Mittelteil beinhaltet all die Hindernisse, die die Figur zu überwinden hat sowie die Meilensteine einer möglichen Charakterentwicklung und endet oft an einem Tiefpunkt für den Protagonisten.

Ende

Der letzte Teil umfasst das Wiederauferstehen der am Boden liegenden Hauptfigur und – falls vorhanden – der Lösung des internen Konflikts, den Showdown (Lösung des externen Konflikts) sowie die Resolution.

3-Akter

Diese Blöcke könnten nun in den allseits bekannten und bewährten 3-Akter gesteckt werden, wobei der zweite Akt ungefähr doppelt so lang wie die anderen beiden ist. Eine logische Konsequenz des Zwecks einer Geschichte, der in erster Linie Unterhaltung sein sollte, die am Ende im besten Fall mit etwas Moral oder einer entsprechenden universellen Lektion das Leben betreffend gewürzt ist.

Wir wollen sehen, wie der Protagonist kämpft, leidet, die Zähne zusammenbeißt und bis zum Ende durchhält. Er muss sich sein Happyend verdienen und sollte richtig durch die Mangel gedreht werden – natürlich dem Genre angemessen. Deshalb ist der mittlere Teil einer Geschichte, der hauptsächlich Prüfungen und zu lösende Teilprobleme für die Hauptfigur enthält, immer länger als der Anfang oder das Ende, die, falls sie zu ausschweifend sind, eher Langeweile erzeugen. 

Man kann allerdings den 3-Akter auch außen vor lassen und eine Geschichte einfach als Abfolge mehrerer Blöcke definieren, an deren Ende etwas geschieht, was die Handlung in eine andere Richtung treibt. Dabei kann es sich um eine Enthüllung, ein schwerwiegendes Ereignis oder eine schwierige Entscheidung des Protagonisten handeln. So ein Block könnte als kleine Geschichte innerhalb der großen betrachtet werden, mit eigenem Spannungsbogen und Höhepunkt, den eben das große Ereignis darstellt.

Wenn man sich auf diese Sichtweise einlässt, könnte man früher oder später zu dem Schluss kommen, den zweiten langen Akt des Dreiakters in der Mitte zu teilen, um bei vier Akten oder Blöcken oder wie auch immer man diese Bereiche bezeichnen möchte, zu landen. Im Grunde macht das keinen Unterschied, weil ein Vierakter immer noch ein Dreiakter mit geteiltem zweiten Akt ist, aber ich kann in vier separaten Blöcken einfach besser denken als in drei. Deshalb fahre ich persönlich mit dieser Grundstruktur am besten und bin nur einmal, beim ersten Band meiner Military Science-Fiction Serie ‚Ghost‘, bewusst davon abgewichen.

Damals hatte ich mich für fünf Akte entschieden, weil ich wusste, dass die Episoden einiger erfolgreicher TV-Serien so strukturiert wurden (Emergency Room, Scandal etc.) und ein 5-Akter im Grunde nur ein Dreiakter mit gedritteltem zweiten Akt ist, um die Anzahl der Ereignisse des Mittelteils auf die Gesamtlaufzeit gesehen zu erhöhen. Einfach ausgedrückt, passiert mehr in derselben verfügbaren Zeit. Allerdings hatte ich beim Schreiben ständig das Gefühl, dass etwas nicht so rund wie gewohnt lief. Ging trotzdem, aber danach bin ich bei vier Akten geblieben.

Zu erwähnen wären noch TV-Shows / TV-Serien, deren Episoden auch sechs oder mehr Akte – je nach Anzahl der Werbeblöcke – umfassen können. Wobei hier dasselbe Prinzip greift: Jeder Block stellt ein Teilstück der gesamten Geschichte dar, der mit einem Cliffhanger endet. Also mit etwas, das den Zuschauer nach der Werbepause am Ball bleiben lässt (Enthüllung, Ereignis, etc.). Dasselbe Prinzip kann auch für Romane angewendet werden.

Diese Grundstruktur hat für mich noch nichts mit eigentlichem ›Plotten‹ zu tun, sondern stellt ein Grundgerüst dar, anhand dessen man die Verteilung der großen Ereignisse innerhalb der Geschichte im Blick hat. Dies ist oft bei amerikanischen Serien oder Filmen zu beobachten, die in vier Akten strukturiert wurden: Große bedeutende Begebenheiten, die die Handlung der Geschichte in eine andere Richtung treiben, gibt es meist um die 25%, die 50% und die 75%-Marken, also am Ende des ersten, zweiten und dritten Akts. Natürlich ist mir klar, dass das Medium Film oder TV zeitlich begrenzt ist und wir diese Beschränkung als Romanautoren nicht haben.

Trotzdem lässt sich dieses Konzept auch auf Romane übertragen, wobei, wenn man die Anzahl der Wörter als Vergleichsmaß nimmt, sich diese Marken für gewöhnlich nach rechts verschieben. Dies liegt daran, dass man mehr Wörter im ersten und zweiten Akt braucht, um Charakter, Umfeld und Konflikt vorzustellen. Im dritten und vierten Akt beschränkt sich die Geschichte meist auf die Handlung, weshalb auch weniger Wörter anfallen.

Beispiel: Wenn ich einen Roman mit 100.000 Wörtern schreiben will (ca. 400 Taschenbuchseiten), würde ich versuchen, den ersten Akt ungefähr 35.000 Wörter umfassen zu lassen, den zweiten 30.000, den dritten vielleicht 20.000 und den letzten 15.000. Natürlich treffe ich diese Marken nicht immer exakt, aber es ist erstaunlich, dass es bei vielen Geschichten doch der Fall war. Dies stellt sicher, dass sich die Story nach hinten verdichtet und hoffentlich im entscheidenden Moment nicht langweilig wird.

Folgend eine Zusammenstellung mehrerer Screenshots vom Navigatorfenster des Papyrus Autor. Auf jedem davon wird eine andere meiner Geschichten in vier Bereiche aufgeteilt gezeigt (vier Akte) und wie die Wörter darin verteilt sind. Wichtig war mir generell dabei, dass die Anzahl der Wörter vom ersten bis zum letzten Akt kontinuierlich abnimmt. Wie ihr sehen könnt, habe ich die angestrebte Wörterverteilung relativ oft getroffen. Hin und wieder allerdings auch nicht, was dann eben der entsprechenden Geschichte geschuldet und nicht zu vermeiden war. Dennoch halten sich die Abweichungen in Grenzen.

Jeder Akt besitzt einen eigenen Spannungsbogen samt Höhepunkt (das große Ereignis am Ende), der die Handlung in eine andere – oft unerwartete – Richtung treibt. Dabei ist die Schwere des großen Ereignisses des ersten Akts natürlich nicht größer als die des zweiten, dritten oder vierten. Dies bedeutet, dass der Spannungsbogen der gesamten Geschichte, innerhalb derer sich die einzelnen Blöcke befinden, ebenfalls steigt, um am Ende mit dem Showdown zusammenzufallen.

Das sollte man nicht vergessen und die Welt nicht gleich am Ende des ersten Akts untergehen lassen – außer die Geschichte erfordert es!

Nachdem wir die Frage nach der von mir verwendeten Grundstruktur geklärt haben, werde ich euch nun die sogenannten Storybeats erklären. Einige dieser Beats sind obligatorisch und kommen in der ein oder anderen Form in jeder Geschichte vor. Deshalb sollten wir mit diesen beginnen. Nur noch ein letzter Hinweis: Die Bezeichnungen der Storybeats wechseln oft von Ratgeber zu Ratgeber, obwohl die Autoren absolut dasselbe meinen. Dies kann Verkaufsstrategie sein, um den potentiellen Kunden vorzugaukeln, etwas Neues erfunden zu haben, oder einfach nur einer entsprechenden Vorliebe geschuldet sein. Hängt euch also nicht zu sehr an diesen Begriffen auf. Wichtig ist allein, was sie für die Geschichte bedeuten.

Storybeats des ersten Akts

Charaktervorstellung: Die Vorstellung des Charakters sollte auf eine interessante Art und Weise geschehen (Hook) sowie eine Grundcharakterisierung (Eigenschaften, Ansichten, Überzeugungen, moral compass etc.) enthalten, die später für die Story wichtig ist. Wir brauchen also keinen Lebenslauf über zwanzig Seiten, sondern nur die Ereignisse aus der Vergangenheit des Protagonisten, die wichtig für die Geschichte sind und begründen, warum die Figur handelt, wie sie eben handelt. Außerdem sollten in diesem Zusammenhang auch das Genre und der allgemein vorherrschende Ton der Geschichte festgelegt werden (heiter, düster, etc).

Auslösendes Ereignis: Das Ereignis, das den Charakter zwingt, sein gewohntes Umfeld zu verlassen und sich den neuen Gegebenheiten sowie den damit verbundenen Problemen im Rahmen des Kernkonflikts zu stellen. Wird auch als ›inciding event‹ oder ›catalyst‹ bezeichnet. Das auslösende Ereignis kann mit der Vorstellung des Konflikts zusammenfallen oder diesem vorangehen.

Konflikt: Der Hauptkonflikt und die Bemühungen des Protagonisten, ihn zu lösen, ziehen sich durch die gesamte Story, weshalb es Sinn macht, diesen so früh wie möglich zu etablieren. Dieses, den Protagonisten betreffende ›Problem‹, wird hin und wieder als Driving Desire oder Storyengine bezeichnet, also als Motor der Geschichte, weil er erst kurz vor deren Ende gelöst wird.

Door Of No Return: Die bewusste oder aufgezwungene Entscheidung des Protagonisten, sich dem Konflikt zu stellen und aktiv gegen was auch immer vorzugehen. Wird manchmal auch als ›Crossing The Threshold‹ bezeichnet und sollte so gestaltet werden, dass es für die Hauptfigur keinen Weg zurück gibt. Ein bekanntes Beispiel wäre Luke Skywalker, der sein altes Leben erst zurücklässt und zusammen mit Obi Wan Kenobi aufbricht, nachdem das Imperium die Farm seines Onkels vernichtet und ihm damit die ›Alte Welt‹ genommen hat. Für mich wäre dies klar das Ende des ersten Akts, andere mögen das anders sehen.

Storybeats des zweiten Akts

Midpoint: Der zweite Block enthält im Falle eines 4-Akters am Ende den Mittelpunkt der Story (Midpoint). Dieser wird oft dazu benutzt, um etwas zu enthüllen. Zum Beispiel ist das bei vielen Marvel-Filmen der Fall. Die Helden wissen bis zu diesem Punkt meist nicht, wer es eigentlich auf sie abgesehen hat. Erst danach gehen sie aktiv gegen den Antagonisten vor. Der Mittelpunkt eignet sich besonders für diese Art von Geschichte, weil er eben die Mitte darstellt und damit für ein gewisses Gleichgewicht zwischen reaktiven und proaktiven Elementen sorgt. Ein weiteres Beispiel für ein enthüllendes Ereignis wäre ‚Der Hobbit – Eine unerwartete Reise‘. Hier finden die Zwerge um den Mittelpunkt heraus, wie sie Erebor betreten können. Außerdem wird den Zuschauern gezeigt, dass Azog noch lebt und Jagd auf die Zwerge macht. Abgesehen von Enthüllungen kann der Mittelpunkt aber auch jedes andere große Ereignis enthalten, je nachdem, wie es für die Story am besten passt.

Hinweis: Falls eine Geschichte mehr als vier Akte erfordert, sollten diese nach dem zweiten eingefügt werden. Dadurch verlängert sich die Story einfach um weitere große Ereignisse. Der erste Akt sowie der vorletzte und letzte sind aufgrund der enthaltenen Storybeats nicht flexibel und sollten nicht verändert werden, um den Spannungsbogen nicht zu gefährden!

Storybeats des dritten Akts

All Seems Lost (alles scheint verloren): Dieser Moment bezeichnet den ultimativen Tiefschlag für den Protagonisten. Er scheint zu scheitern und mit wehenden Fahnen unterzugehen, ohne den Konflikt auch nur ansatzweise gelöst zu haben. Deshalb wird dieser Storybeat unter anderem als ›Dark Moment‹ (dunkler Moment) bezeichnet und kann die unterschiedlichsten Ausprägungen annehmen: Der Protagonist wird vor eine folgenschwere Entscheidung (Dilemma) gestellt und gezwungen, diese auch zu treffen, er verliert seinen Mentor oder einen Freund, er wird in die Enge getrieben, überrumpelt oder überwältigt. Manchmal geht auch ein vorher geschmiedeter Plan schief. Im Falle Luke Skywalkers wird Obi Wan Kenobi von Darth Vader getötet. Ein echter Verlust für den angehenden Jedi, dessen Ausbildung zu diesem Zeitpunkt nicht abgeschlossen ist.

Um das noch mal klarzustellen: Dieser Beat wirkt am besten, wenn der Protagonist persönlich betroffen ist. Es gibt aber natürlich auch genug Beispiele, wo einfach nur etwas Schlechtes passiert. Bei ‚Der Hobbit – Smaugs Einöde‘, fällt der Beat ungefähr mit der Szene in Dol Guldur zusammen, wo Gandalf von Sauron und Azog überwältigt wird. Ist auch ein gemeiner Schlag, aber eben nicht für Bilbo oder Thorin persönlich. Funktioniert aber trotzdem. Manchmal geht es halt nicht anders.

Storybeats des vierten Akts

Rise: Dieser Storybeat hat viele Namen. Da sich der Charakter nach seiner Niederlage erhebt, habe ich mich für ›Rise‹ entschieden, was eben ›sich erheben‹ bedeutet. Dies ist der Moment, indem der Protagonist seinen internen Konflikt überwindet (falls vorhanden) und seine falschen Überzeugungen oder Glaubenssätze über Bord wirft. Wo neues Beweismaterial auftaucht, mit dem der wahre Mörder enttarnt werden kann, oder andere Ereignisse auftreten, die es dem Protagonisten ermöglichen, weiterzumachen. Es ist auch der Beat, in dem ein neuer Plan geschmiedet, ein Team zusammengestellt oder etwas anderes zur Vorbereitung für die letzte Auseinandersetzung gemacht wird.

Showdown: Die eigentliche Konfrontation zwischen Protagonist und Antagonist, auf die wir als Leser seit Entfachen des Konflikts gespannt warten. Diese artet, je nach Genre, oft in eine Auseinandersetzung Mann gegen Mann aus.

Resolution: Dies ist der Beat, in dem der Protagonist ›ganz‹ wird (im Falle einer Charakterentwicklung), zurück nach Hause kehrt und seine Situation in Form eines Spiegelmoments (mirror moment) mit der seiner Abreise verglichen wird, um seine oder die durch ihn erreichte Veränderung seiner Umwelt, hervorzuheben (muss natürlich nicht sein, würde ich allerdings immer machen, wenn es sich anbietet).

Bezüglich Charakterentwicklungen habe ich vor, einen eigenen Artikel zu verfassen, weshalb ich jetzt nicht weiter darauf eingehen werde.

Außerdem werden in diesem Beat noch offene lose Handlungsstränge (loose ends) geschlossen und manchmal ein Blick auf die mögliche Zukunft des Protagonisten gewährt.

Es gibt natürlich Systeme, die mehr oder weniger als die von mir vorgestellten Storybeats enthalten. Zu erwähnen wären als Beispiele Save The Cat. Writes A Novel von Jessica Brody, Dan Wells 7-Punkte-System oder Dan Harmon's Story Circle (eine abgespeckte moderne Version der Heldenreise). Allerdings können auch diese Systeme in den 4-Akter eingebettet werden, wie ihr auf dem folgenden Bild sehen könnt, weshalb er für mich das ultimative Grundgerüst dargestellt, von dem ich nur abweichen würde, wenn ein zusätzlicher Akt nicht zu vermeiden wäre. Diesen Fall hatte ich bisher aber nicht, egal ob es sich um einen Fantasyroman, SF oder Romance gehandelt hat.

Abschließend will ich noch anmerken, dass man natürlich auch ohne Grundgerüst einen Roman schreiben kann. Hab ich bei meinem ersten – Skar – Daemon – ebenfalls gemacht und am Ende etwas zustande gebracht. Allerdings ist die Gefahr groß, dass man sich bei der Verteilung der großen Ereignisse verzettelt und die Geschichte stellenweise ohne klare Höhen oder Tiefen vor sich hin plätschert. Ein Risiko, das Spannung kosten könnte.

Wenn ich die Rezensionen meiner Romane durchgehe, werden diese fast durchweg als ›spannend‹ bezeichnet. Und zwar egal, ob es sich um SF, Fantasy oder Romantic Thrill handelt. Ich schreibe dies hauptsächlich der zugrundeliegenden Struktur und der damit verbundenen Verteilung der Ereignisse sowie der sich zum Ende hin verdichtenden Handlung zu, die eben nicht zufällig stattfindet, auch wenn ich die anvisierten Marken nicht jedes Mal treffe. Folgend also noch einmal meine vier Akte umfassende Grundstruktur samt Storybeats und Spannungsbögen

Zum Schluss noch ein absichtlich einfach gehaltenes Beispiel, um zu zeigen, wie man die Strukturierung eines Romans in vier Akten gestalten könnte:

Akt 1

Liam, ein altgedienter Auftragskiller, der des Tötens überdrüssig ist (Figur und Charakterisierung), will aussteigen. Sein Boss verpflichtet ihn zu einem letzten Auftrag, der sein Todesurteil bedeuten würde, und lässt seine Tochter entführen (auslösendes Ereignis), nachdem er das Attentat auf den verfeindeten Mafioso verbockt (interner Konflikt, weil er im Grunde nicht mehr töten will). Liam beschließt, sich gegen seinen Boss zu stellen, Megan zu befreien und mit ihr zu verschwinden (externer Konflikt) und tötet den Aufpasser (Door Of No Return), den der Boss ihm zur Seite gestellt hat.

Akt 2

Der getötete Aufpasser stellt sich als Cousin des Bosses heraus (Eskalation, raising the stakes). Dieser tobt und will Liam samt Nachwuchs tot sehen (benutzt Megan als Köder), während das eigentliche Ziel – der Mafioso – ebenfalls die Jagd auf ihn eröffnen lässt (raising the stakes). Liam findet Megans Aufenthaltsort heraus und befreit sie (Midpoint), um mit ihr zu verschwinden.

Akt 3

Liam steht einer Übermacht gegenüber und beschließt, die Wurzel allen Übels direkt anzugehen und den Boss zu erledigen. Doch der Anschlag misslingt, weshalb Megan wieder in der Gewalt des Bosses landet, der sie lebendig in ein Säurefass stecken will, falls Liam den Mafioso nicht innerhalb eines engen Zeitfensters erledigt (All seems lost + Ticking Clock = Ultimatum oder Countdown, wird gerne bei Thrillern gemacht).

Akt 4

Liam offenbart sich dem verfeindeten Mafioso, den er für seinen Boss erledigen soll, und macht einen Deal mit ihm (Rise). Er erledigt den Boss und befreit seine Tochter mithilfe des Mafiosos (Showdown), um für den Rest seines Lebens im Rahmen des Deals (Sacrifice) als Auftragskiller für den Mafioso zu arbeiten (Resolution).

Hinweis: Das Opfer (Sacrifice) ist ein emotionaler Beat, den ich im Rahmen des Artikels zur Charakterentwicklung erklären werde. Raising the stakes bedeutet einfach nur, dass der Einsatz für den Protagonisten erhöht wurde und der interne Konflikt wird ebenfalls im Artikel über Charakterentwicklung behandelt.

Die großen Ereignisse der einzelnen Akte würde ich wie folgt festlegen:

Akt 1: Liam tötet den Mann, der dafür sorgen soll, dass er spurt und den Befehl des Bosses erfüllt. Ein definitiv großes Ereignis, das es ihm unmöglich macht, zurück in sein altes Leben zu kehren (Door of no return). Außerdem ist er dadurch gezwungen, seine Tochter zu finden und zu befreien, bevor der Boss von dem Mord Wind bekommt und sich an ihr rächt (Änderung der Handlung in eine andere Richtung).

Akt 2: Die Befreiung seiner Tochter. Ein Ereignis, auf das man hinarbeiten kann (Vorbereitungen treffen, Auskundschaften, Waffen beschaffen, was auch immer). Indem er Megan befreit, verhärtet er die Fronten, was dazu führt, dass er nicht mehr verschwinden kann und stattdessen beschließt, seinen Boss zu erledigen (Handlungsänderung).

Akt 3: Das Attentat auf seinen Boss und dessen Fehlschlag (All seems lost), der ihn zwingt, sich auf den Mafioso einzulassen (Handlungsänderung).

Akt 4: Der Showdown zwischen Liam und dem Boss.

Vergesst bitte nicht, dass all die Details, die zu den großen Ereignissen führen, im Moment noch nicht wichtig sind. Um diese würde ich mich erst kümmern, wenn der grobe Rahmen steht. Dieser kann sich während des eigentlichen Schreibens natürlich noch ändern, aber irgendwo muss man anfangen.

Das war, zugegeben, ein wirklich einfaches Beispiel, aber es reicht aus, um die oben ausgeführten Punkte zu verdeutlichen und die Storybeats in Aktion zu sehen. Ich beschränke mich bewusst auf die großen Ereignisse und gehe erst ins Detail, wenn diese einigermaßen stimmig sind oder ich weiß, wohin die Reise ungefähr gehen wird, oder gehen könnte.

Das Ganze ist wie bei der Erstellung einer Illustration oder eines Gemäldes: Zuerst macht man die großen Pinselstriche und sorgt dafür, dass die zugrundeliegende Struktur korrekt ist (Tonwerte, Proportionen, Farbschema, Beleuchtung), bevor man auf die Mikroebene wechselt und sich um die Details kümmert.

Der oben erwähnte Vierakter samt vorgestellter Storybeats wäre der Idealfall für mich, den ich anfangs immer versuchen würde, anzustreben. Falls ich später davon abweichen müsste, weil die Geschichte sich anders entwickelt, würde ich das natürlich machen, anstatt zu versuchen, das Ganze in das vorgegebene Schema zu quetschen. Solange man nur einen Protagonisten und maximal zwei bis drei Handlungsstränge hat, ist das Modell relativ leicht umzusetzen. Sobald mehrere Protagonisten auftreten, wird es schon schwieriger, worauf ich im Artikel über das eigentliche Plotten eingehen werde.

Das wäre es von meiner Seite aus zum Thema Story Structure schon gewesen. Der nächste Artikel behandelt die Charakterentwicklung, der übernächste das Plotten an sich.

 


 

FRAGEN & ANTWORTEN

Alfe BerIin Alexander Fetke, Self Publishing Gruppe, Facebook

Frage: Vielen Dank für diesen Artikel! Ich frage mich oft bei solchen »Strickmustern«, ob da nicht zu oft etwas nach Schema-F herauskommt.

Antwort: Seh ich nicht so, weil die zugrundeliegende Struktur ja nichts mit den Details in den einzelnen Akten zu tun hat. Wenn ein Akt zB 30.000 Wörter lang werden soll, müssen diese ja erst mal geschrieben werden. Da passiert einiges. Vor allem, wenn man sich nicht mit dreißig Seiten langen Baumbeschreibungen aufhält (siehe Tolkien).

Wenn du zehn Leuten eine Idee gibst und sagst, die sollen die Geschichte mit dem 4-Akter lösen, kommen am Ende 10 grundverschiedene Storys heraus. 🙂

Außerdem behaupte ich, dass Zuschauer oder Leser diese Basisstruktur nicht mal wahrnehmen. Ich überleg ja auch nicht ständig, wie die Macher dies und das geregelt haben, während ich einen Film zum ersten Mal sehe oder ein Buch zur Unterhaltung lese. Entweder fesseln mich Film und Buch so, dass ich bis zum Ende am Ball bleibe oder eben nicht. Über das ‚Warum‘ mach ich mir vielleicht beim zweiten oder dritten Mal ansehen Gedanken, wenn es mich interessiert. Aber während des Konsumierens sicher nicht. Da will ich einfach nur gut unterhalten werden.

 

Frage: Also mich stört als Zuschauer, dass bei allen Filmen irgendwann gegen 80-90% der Laufzeit das große All-Is-Lost kommen muss. Es wirkt inzwischen jedes Mal auf mich so künstlich. Ich weiß inzwischen, dass es nichts Endgültiges ist, ich frage mich bestenfalls, wie sie das noch auflösen, um die Resolution zu erreichen. Aber es wirkt auf mich inzwischen sehr schemahaft.

Das All-Is-Lost ist dabei nur ein Beispiel. Wiedertholte Raising-The-Stakes sind ähnlich, auch die Auflösungen im Mittelteil.

 

Antwort: Ist halt jeder anders, aber die Mehrheit dürfte diese Entwicklungen durchaus begrüßen, nehme ich mal an. Für mich ist ein ‚All Seems Lost‘ und dessen ungefähre Position (75%) in der Geschichte nur logisch. Wenn die Story bis zum Schluss fesseln soll, macht es wenig Sinn, gleich am Ende des ersten Akts mit einem erschütternden Ereignis einzusteigen und das Ganze anschließend mit weniger aufregenden Events bis zum Ende dahinplätschern zu lassen. Die Entwicklungen im Lauf der Geschichte zu steigern und den Druck auf die Hauptfigur kontinuierlich zu erhöhen, dagegen schon. Eben bis zu dem Punkt, wo es aussieht, als ob er scheitert 🙂

Wobei das auch von der Art des Tiefschlags abhängt: Bei Luke Skywalker zum Beispiel war das der Tod Obi Wans, weil das Abtreten des Mentors bei der Heldenreise gern gemacht wird und der Held ab diesem Zeitpunkt auf sich selbst gestellt ist (auch eine Form von ‚raising the stakes‘). Das ist bei Luke zwar nicht wirklich der Fall, weil er ja noch die Rebellen und Han Solo an seiner Seite weiß. Nichtsdestotrotz stellt dieses Ereignis aber aus Sicht der Hauptfigur den Tiefpunkt der Geschichte dar. Da kann nicht mal die Vernichtung Alderaans mithalten, die, wenn ich nicht irre, ungefähr in der Mitte stattfand (muss ich mir noch mal ansehen). Der Tod seines Mentors ist deshalb sein persönlicher ‚All Seems Lost‘ oder ‚Dark Moment‘. Man sollte diese Begriffe auch nicht so wörtlich nehmen. Bei einigen Geschichten sieht es eben so aus, als ob der Protagonist scheitert, in anderen stirbt sein Mentor oder Freund, er kann etwas Wichtiges verlieren oder sein Plan geht schief. In Romances ist es meist der finale Breakup, bevor sie wieder für das Happy End oder Happy For Now zusammenkommen etc.

Ausschlaggebend ist, dass der Tiefpunkt am Ende des vorletzten Akts Sinn macht, weil die Figur im Falle eines zu überwindenden internen Konflikts diesen Schlag braucht, um ihn lösen zu können und sich zu ändern (wenn das angestrebt wird). Wenn das nicht der Fall ist, macht ein tiefer persönlicher Schlag trotzdem Sinn, um das Drama kurz vor Ende noch mal zu befeuern.

 

Frage: Ich feiere innerlich immer, wenn eine Geschichte es wagt, von diesen festen Rahmen abzuweichen, und ich habe auch den Eindruck, dass gerade die Geschichten, die da nicht so 100% am Schema kleben, besonders erfolgreich werden.Wie gehst du damit um? Siehst du das anders oder ähnlich?

Antwort: Also den Eindruck hab ich nicht. Viele dieser ‚Experimente‘ gehen in die Hose, wo ich mir dann immer denke, schade um die Zeit und das investierte Geld. Wobei diese Eindrücke natürlich subjektiv sind. Wenn du dazu tendierst, eher die ‚Ausnahmen‘ zu feiern, ist das halt so. Ich bin eher mit Mainstream zu unterhalten, steh dazu und will meine Romane auch so gestalten, dass sie den Geschmack einer größeren Gruppe treffen.

 

Frage: Würdest du vielleicht sogar auch zu bewussten Abweichungen raten?

Antwort: Bei mir weicht die Geschichte nur ab, wenn es sich aus der Handlung ergibt und ich es nicht anders lösen kann. In diesem Fall ist es dann halt so. Aber dass ich bewusst mit der Einstellung beginnen würde, ich muss jetzt alles anders machen, sicher nicht. Das kann man gerne machen, wenn man zu viel Zeit und Geld hat und es egal ist, ob das Ding nachher finanziell erfolgreich wird oder nicht. Und selbst dann würd ich passen, weil mein Ziel ja ist, die Geschichten so spannend und unterhaltsam wie möglich zu gestalten. Und um das zu erreichen, sind die vorgestellten Konzepte meiner Meinung nach nur schwer zu umgehen. Aber wie gesagt: Das ist nur meine Meinung 🙂 .

 

Frage: Und wie verhält es sich mit schon fertigen Geschichten, bei denen du davon überzeugt bist, dass sie gut sind von der Handlung her, aber nicht so recht in dieses Schema passen? Passiert so etwas bei dir gar nicht, weil du schon viel früher das Schema anwendest und deshalb solche Geschichten gar nicht erst entstehen? Oder würdest du dann eher diese Geschichten anpassen, damit sie wieder passen? Welche Technik zum Anpassen kämen dir da in den Sinn?

Antwort: Eine bereits fertige Geschichte würd ich nicht mehr komplett umbauen. Dann lieber die nächste schreiben.

Ich hab diese Konzepte schon so im Kopf, dass ich, selbst wenn ich ohne Plan anfangen würde, am Ende ungefähr bei dieser Struktur landen würde. Was ich durchaus als Erleichterung empfinde, weil eine Geschichte, die mehrere Figuren, deren Charakterentwicklungen und diverse sich überschneidende Handlungsstränge enthält, schnell kompliziert werden kann.

Ich persönlich weiß oft nur das Nötigste über die Hauptfiguren und vielleicht noch die Storybeats des ersten Akts, wenn ich anfange zu schreiben. Die ganzen Details und kleineren Ereignisse, die auf das große am Ende des Akts hinführen, schreibe ich entdeckend. Deshalb ändern sich die einzelnen Handlungsstränge auch ständig, weil ich oft Figuren dazu erfinde, die ich vorher nicht im Kopf hatte, oder Ereignisse kreiere, die interessanter als die vorher erdachten sind, weil sie sich erst aus der Handlung ergeben haben.

Das Ganze ist also trotz der angestrebten Struktur ein organischer und fließender Prozess für mich. Hört sich nach dem ersten Artikel vielleicht nicht so an, aber ich hoffe, dass das nach den folgenden klarer wird. 🙂


Kelly Stevens, Self Publishing Gruppe, Facebook

Frage: Ich finde dein Konzept der 4-Akt-Atruktur interessant, weil Verlage meistens die klassische 3-Akt-Struktur erwarten. Möglichst noch mit allen 12 Plotpunkten der Heldenreise. Wenn ich deine Storybeats richtig verstanden habe, arbeitest du auch mit der Heldenreise, aber innerhalb einer 4-Akt-Struktur? Macht das die Geschichte spannender?

Antwort: Als Heldenreise würd ich meine Vorgehensweise jetzt nicht explizit bezeichnen, obwohl Elemente davon in jeder Geschichte zu finden sind. Mal mehr, mal weniger. Die von mir angesprochenen Storybeats lassen sich fast in jedem anderen System finden, weil es sich meiner Meinung nach eben um die essenziellen handelt. Ein System wie ‚Blake Snyder's Save the Cat‘ umfasst ganze 15 Beats. Das wär mir definitiv zu viel. Da würd ich mir auch eingeschränkt vorkommen.

Ein 4-Akter ist prinzipiell nichts anderes als ein 3-Akter. Man teilt den zweiten langen Akt nur noch mal nach dem Mittelpunkt.

Ich persönlich komme mit vier Akten / Teilbereichen am besten klar und bisher ist jede Geschichte, die ich in Angriff genommen habe, damit aufgegangen und am Ende ‚rund‘ geworden. Was im Grunde natürlich auch für den 3-Akter spricht 🙂 .

‚Spannung‘ macht eher das Informationsmanagement (ständig Fragen aufwerfen und deren Beantwortung so weit es geht nach hinten schieben etc.) aus und / oder den Protagonisten physisch gefährdende Szenen. Wobei letztere besser funktionieren, wenn er oder sie uns auch am Herzen liegt. Um diese Verbindung frühestmöglich herzustellen, bietet sich natürlich der erste Akt an.

Was beim Denken in vier Akten vielleicht der Fall sein könnte, ist, dass man die Verteilung der großen Ereignisse besser im Blick hat. Vor allem das in der Mitte der Geschichte. Ist aber nur eine Annahme meinerseits 🙂


WORKSHOPS

001 - STORY STRUCTURE002 - CHARAKTERENTWICKLUNG003 - PLOTMETHODEN004 - SCHREIBPROZESS005 - SZENENAUFBAU
006 - SUSPENSE
007 - FORESHADOWING
008 - SUBTEXT
009 - THEMA
011 - SERIENSTRUKTUR
012 - RESSOURCEN
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.